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Start-Stopp-Automatik – Alte Idee – neu aufgelegt

Start Stopp Automatik

Start Stopp Automatik - flickr/liewcf

Die Suche nach Einsparungsmöglichkeiten beim Kraftstoffverbrauch ist kein Thema der neueren Zeit. Schon vor dreißig Jahren gab es Ansätze, die heute teilweise wieder aufgegriffen und als neueste Hitech Erfindungen beworben werden.

 

Gemeint sind die so genannten Start-Stopp-Systeme. Ausgangspunkt ist, dass der Großteil aller Fahrzeuge im Stadtverkehr unterwegs ist. Und jeder Autofahrer kennt die Unsitte der Ampel; immer zum falschen Zeitpunkt schalten sie auf Rot und man darf es einmal warten. Wenn es nach gefühlten Einschätzungen ginge, stünde das Auto im Stadtverkehr länger, als das es fährt.

Nun ist die Frage nicht sehr weit liegen, weshalb man auch dann Treibstoff verbrennen solle, wenn man denn nur steht. Hier setzen Start-Stopp-Systeme an. Sie schalten den Motor einfach ab, aber ohne dass der Fahrer den Zündschlüssel drehen muss.

Erstere Modelle waren mit manuellen Getrieben kombiniert, die über einen so genannten Ruhegang verfügten. Wenn in diesen geschaltet wurde, schaltete sich der Motor vorübergehend ab, bis die Kupplung durchgetreten und ein neuer Gang eingelegt wurde. Modelle der jüngeren Zeit dagegen sind durchweg mit Automatikgetrieben kombiniert. Hier schaltet sich der Motor beim Stillstehen des Fahrzeuges automatisch ab, das heißt, ohne dass der Fahrer etwas tun müsste; einen Ruhegang gibt es hier nicht. Sobald der Fahrer die Bremse wieder löst und das Automatikgetriebe automatisch in den ersten Gang schaltet, wirft die Start-Stopp-Automatik den Motor wieder an.

Was sich so gut anhört, ist realiter nur ein kleiner Schritt in Richtung Treibstoffreduzierung. Nach Einschätzungen des ADAC sind Einsparungen nur zwischen zwei bis vier Prozent möglich; einschlägige Autohersteller gehen natürlich von weit mehr aus, doch sind deren Angaben erfahrungsgemäß für den Autonormalfahrer weniger praktikabel.

Was darüber hinaus zu beachten ist, dass das permanente Ein- und Ausschalten des Motors einen größeren Verschließ betroffener Teile bedeutet. Zu denken ist an den Anlasser. Zwar beteuern die Hersteller, auch die Anlasser seien verbessert wurden, aber ein Versprechen, dass die Anlasser mindestens genau so langlebig sind wie früher, hört sich anders an. Daher darf nicht aus den Augen verloren gehen, dass die vermeintliche Einsparung nicht an einem anderen Ende (Anlasser kosten je nach Automodell mehrere Hunderte Euro) wieder amortisiert wird.

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