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So funktionieren Wechselkennzeichen

Autokennzeichen

Autokennzeichen - flickr/Niels Heidenreich

Wenig bekannt ist, dass es seit dem 1. Juli 2012 möglich ist, zwei Fahrzeuge aus der gleichen EU-Fahrzeugklasse abwechselnd mit nur einem Kennzeichen zu fahren. Zugeteilt wird das Wechselkennzeichen dann beiden Fahrzeugen, wobei es nur an einem Fahrzeug geführt werden darf. Mögliche Kombinationen sind z.B. zwei PKW, zwei Motorräder oder zwei Oldtimer. Attraktiv ist auch die Möglichkeit, PKW und Wohnmobil abwechselnd mit diesem Kennzeichen zu fahren. Früher gab es nur die Alternative, beide Fahrzeuge separat anzumelden oder ein Saisonkennzeichen zu beantragen. Beim Wechselkennzeichen sind jedoch einige Fakten zu beachten.

 

Für jedes Fahrzeug wird weiterhin die volle Steuer berechnet. Das ist anders als z.B. in Österreich oder der Schweiz. Ob demnach das Wechselkennzeichen gegenüber z. B. einem Saisonkennzeichen einen finanziellen Vorteil bietet, muss der Verbraucher für sich prüfen. Teilweise haben Versicherungen besondere, günstigere Konditionen.

Das Wechselkennzeichen besteht aus insgesamt sechs Teilen, es sind die beiden Hauptkennzeichen (vorne und hinten am Fahrzeug, diese werden bei Bedarf gewechselt). Über dem Siegel des Hauptkennzeichens ist ein kleines „W“ eingestanzt. Zudem gibt es vier kleine Zusatzschilder („1“ und „2“), die fest an beiden Fahrzeugen angebracht werden. Daher können auch nur Kennzeichen gleicher Abmessung verwendet werden (PKW und Motorrad damit zu führen ist also nicht möglich).

Für Fahrzeughalter, die einen Zweitwagen besitzen und beide Fahrzeuge gleichzeitig benutzen, ist das Wechselkennzeichen nicht zulässig. Es darf immer nur ein Fahrzeug damit bewegt werden. Das andere Fahrzeug (ohne vollständiges Kennzeichen) darf nur auf privatem Gelände abgestellt werden. Parkt es auf öffentlichem Gebiet, ist ein Bußgeld von 40€ fällig sowie ein Punkt in der Verkehrsdatei Flensburg, außerdem kann der Versicherungsschutz gefährdet sein. Fährt ein Fahrzeug ohne vollständiges Kennzeichen, wird ebenso ein Bußgeld fällig (50€) und es gibt ebenfalls einen Punkt.

Jedes Fahrzeug benötigt eine eigene elektronische Versicherungsbestätigung, die für Wechselkennzeichen ausdrücklich zulässig ist.

Beantragen kann der Fahrzeughalter das Wechselkennzeichen bei den örtlichen Zulassungsstellen, die Kosten betragen dafür ca. 100€ , 65€ für die Zulassungsgebühr und etwa 40€ für die Kennzeichen.

Mögliche Kombinationen für Wechselkennzeichen sind in Klasse M 1:
-PKW – PKW/ Wohnmobil/ Oldtimer
-Oldtimer – Oldtimer/ Wohnmobil/ PKW

Passende Kombinationen Klasse L:
-Motorrad – Motorrad/ Quad/ Trike/ Leichtkraftrad

Für Klasse 01:
-Anhänger – Anhänger

Erforderliche Unterlagen zum Beantragen des Wechselkennzeichens sind:

-Fahrzeugbrief/ -schein und Zulassungsbescheinigung Teil eins und zwei,
-bisherige(s) Kennzeichenschild(er),
-elektronische Versicherungsbestätigung für beide Fahrzeuge (muss für
Wechselkennzeichen von der Versicherung zulässig sein),
-Dokument zur gültigen Hauptuntersuchung,
-Abgasuntersuchungsbescheinigung,
-gültiger Personalausweis, ggf. Vollmacht und Personaldokument des Vollmachtgebers.

Die Kennzeichen sollte man übrigens nicht bei der Zulassungsstelle machen lassen, weil dort die Anbieter in der Regel überzogene Preise haben. Auf Webseiten wie http://www.kennzeichen.de kommt man da deutlich günstiger zu neuen Kennzeichen.

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