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Archiv für April, 2011

Toyota startet Produktionsstopp in Europa

24. April 2011 Keine Kommentare

Unvermindert kämpft Toyota gegen die Folgen des Erdbebens in Japan. Bei dem Erdbeben und dem anschließenden Tsunami wurden in Japan am 11. März zahlreiche Fabriken zerstört. Für mehrere Wochen musste Toyota infolge der Zerstörungen die Produktion in Japan unterbrechen. Doch auch Wochen nach der Naturkatastrophe bekommt der größte Autohersteller der Welt die Folgen in vollem Ausmaß zu spüren. Nun musste Toyota auch einen Produktionsstopp in Europa bekanntgeben. Wie Toyota erklärte, muss die Produktion gestoppt werden, um den Druck, der auf den Zulieferern lastet, zu minimieren. Betroffen von dem Produktionsstopp ist unter anderem das Werk Adapazari bei Istanbul.

Hier sollen die Bänder bis zum 2. Mai stillstehen. Der Produktionsstopp von 8 Tagen ist nötig, weil viele Elektrokomponenten fehlen. Die Elektrokomponenten werden in Japan hergestellt und können derzeit nicht wie gewohnt an die europäischen Zulieferer ausgeliefert werden. Daher kommt es in den Toyota Werken in Europa zunehmend zu Engpässen bei den Teilen. Den Produktionsstopp in dem türkischen Werk werden jedoch Händler in ganz Europa zu spüren bekommen. So müssen sich Händler in Frankreich, Spanien, Italien, Großbritannien und Deutschland auf erhebliche Verzögerungen einstellen. Die Naturkatastrophe in Japan wird für das weltweite Produktions- und Händlernetz von Toyota zur Belastungsprobe. Schon heute rechnet der japanische Autobauer mit erheblichen Absatzeinbußen.

Leichtmetallguss in der Autozuliefererindustrie

20. April 2011 1 Kommentar

Motorblock

Motorblock

Ein Autobesitzer macht sich selten Gedanken, welche Herstellungsverfahren in der Fertigung seiner Autoteile eingesetzt wurden. Ein KFZ-Mechaniker schon eher, vor allem, wenn er einen Motorblock ausbauen muss, weil dieser einen Riss oder einen anderen Defekt hat. Motorblöcke werden in erster Linie durch Leichtmetallguss gefertigt, um eine Gewichtsreduktion zu erzielen. Trotz des leichten Gewichtes müssen die Teile extremen Belastungen standhalten und langlebig sein. Um dies zu garantieren, wird in erster Linie ein Verfahren zur Herstellung angewandt, welches sich Kokillenguss nennt. Hier wird die Schmelze unter Wirkung der Schwerkraft in die metallische Dauerform (Kokille) gegossen.

Diese Kokille bewirkt aufgrund ihres metallischen Urstoffes eine gute Wärmeleitfähigkeit, die zur schnellen Erstarrung führt, was wiederum ein feinkörniges und dichtes Gefüge zur Folge hat und somit sehr hohe Festigkeitswerte garantiert. Dieses Verfahren eignet sich zur Herstellung von Pumpengehäusen, für Kraftstoffrails und ebenso zur Fertigung von Saugrohren mit integriertem Kraftstoffrail. Die hervorragenden Werkstoffeigenschaften sind genauso ein Vorteil, wie die geringen Werkzeugkosten im Vergleich zu einem Druckguss. Da, je nach Bauteilgeometrie, Sandkerne in den Kokillenguss eingesetzt werden können, sind komplexe Innengeometrien darstellbar. Des Weiteren ist die hohe Dichtheit genauso vorteilhaft, wie die Möglichkeit eines hohen Automatisierungsgrads.

Bevorzugt werden zwei Gießverfahren angewandt. Zum einen der Sturzguss, bei welchem eine meist zweiteilige Form, deren Innenseite die Form des Gussstückes wiedergibt, mit Schmelze gefüllt wird. Hier muss darauf geachtet werden, dass das Flüssigmetall alle Formbereiche ausfüllt, bevor die Erstarrung einsetzt. Um zu verhindern, dass sich Volumendefizite bilden, kommen Kühlstifte zu Einsatz, um die Erstarrung zu verzögern oder die Verzögerung wird mittels Isolation erreicht.

Das zweite primär angewandte Gießverfahren ist das Niederdruckgießen. Diese Technik begünstigt einen dichten und porenfreien Guss, da die Schmelze durch ein Steigrohr in die Kokille gelangt und der Badspiegel druckbeaufschlagt wird. Ein wichtiges Einsatzgebiet ist die Herstellung von Aluminiumfelgen in der Autoindustrie. Da mit einer Kokille 10.000 Abgüsse getätigt werden können, sieht man in Hinblick auf die Kosten der Formherstellung diese Menge als Grenze der Wirtschaftlichkeit an.

Die in erster Linie verwendeten Werkstoffe im Gießverfahren sind Aluminium und Magnesium. Aluminium zeichnet sich durch sein geringes Eigengewicht und die trotzdem hohe Festigkeit aus, die gute Leitfähigkeit von Strom und Wärme und eine besondere Korrosionsbeständigkeit unter anderem gegenüber Wasser und Chemikalien.
Magnesium-Gusslegierungen ermöglichen ebenfalls ein geringes Teilegewicht, Dünnwandigkeit und hohe Formstandzeiten. All diese Faktoren sind in der Herstellung von Motorblöcken und anderen Autoteilen wichtig und dort nicht mehr wegzudenken. Auch sollte auf Qualität- und Umweltzertifizierungen geachtet werden.

Honda muss Civic Hybrid zurückrufen

17. April 2011 Keine Kommentare

Kämpfte der japanische Autobauer Honda in den vergangenen Tagen in erster Linie mit den Folgen des verheerenden Erdbebens, musste der Hersteller nun einen neuen Rückruf bekanntgeben. Wie Honda erklärte, ist der Civic Hybrid von der aktuellen Rückrufaktion betroffen. Allein in Deutschland müssen 683 Fahrzeuge dieses Modells zurück in die Werkstätten. In ganz Europa sind nach Angaben von Honda insgesamt 3715 Civic Hybrid betroffen. Der Hersteller betonte, dass die betroffenen Fahrzeughalter von dem Kraftfahrt-Bundesamt angeschrieben werden. Verantwortlich für den Rückruf ist ein Defekt im IMA-System.

Bei dem IMA-System handelt es sich um das Integrated Motor Assist-System. Honda betonte, dass von dem Rückruf ausschließlich die Civic Hybrid Fahrzeuge betroffen sind, die dem Modelljahr 2006 zugesprochen werden müssen. Die betroffenen Autos wurden in der Zeit vom 9. Juni 2005 bis 11. Januar 2006 gebaut. Durch den Defekt im IMA-System kann es zu einem Kurzschluss kommen. Dieser führt wiederum zu einer Beschädigung in der Hauptsicherung. Infolge dessen kann der Motor während der Fahrt ausgehen. Honda erklärte, dass in der Werkstatt der Spannungswandler, der sich im IMA-System befindet, ausgetauscht wird. Für den Werkstattbesuch kalkuliert der Hersteller eine reine Arbeitszeit von einer Stunde ein. Mit dem erneuten Rückruf sorgt Honda einmal mehr für Aufmerksamkeit. Doch die Japaner sind nicht die einzigen, die mit einer solchen Aktion kämpfen.

Händler antworten nur selten auf Kunden-E-Mails

10. April 2011 Keine Kommentare

Das Magazin „Auto Motor und Sport“ hat einen umfangreichen Händlertest durchgeführt und im Rahmen von diesen das Verhalten der Anbieter bei Kundenanfragen via E-Mail untersucht. Das Ergebnis ist erschreckend. An dem Test haben insgesamt 1160 Autohändler von 32 verschiedenen Marken teilgenommen. Die Testergebnisse zeigen, dass die Autohändler in der Mehrzahl der Fälle nicht auf Kundenanfragen antworten, die über eine E-Mail gestellt werden. In vielen Fällen bleiben damit die Fragen der Kunden unbeantwortet. Häufig arbeiten die Händler aber auch nur mit lapidaren, vorformulierten E-Mails, in denen sie nicht auf die Fragen und Wünsche der Kunden eingehen können.

Mit Blick auf die Anzahl der Antworten schnitten die Mini-Händler im Test am besten ab. Bei ihnen haben immerhin 80 Prozent der getesteten Betriebe die Kundenmails beantwortet. Dahinter finden sich Händler von Saab und Jaguar. Im Mittelfeld reihen sich die deutschen Marken ein. Die schlechteste Quote erzielte an dieser Stelle Suzuki. Die Händler des Herstellers kamen lediglich auf eine erschreckende Quote von 33 Prozent. Mit Blick auf die Qualität der Antworten setzen sich unter anderem Alfa Romeo, Audi und BMW durch. Aber auch Mazda und Smart konnten überzeugen. Das Schlusslicht bildeten bei der Qualität der Antworten die Händler von Dacia. Überraschend ist ebenso, dass die Kunden nur von den wenigsten Händlern zu einem persönlichen Gespräch eingeladen werden.

Fiat beugt sich Druck von Seiten Russlands

3. April 2011 Keine Kommentare

Der italienische Autobauer Fiat beugt sich dem stärker werdenden Druck der russischen Regierung, die jüngst das Dekret 166 erlassen hat. Durch dieses werden die ausländischen Autobauer dazu gezwungen, jedes Jahr mindestens 300.000 Autos in Russland zu bauen. Wie die Regierung Russlands festgelegt hat, soll diese Verbindlichkeit ab 2015 gelten. Halten sich die ausländischen Autobauer nicht daran, müssen sie künftig hohe Einfuhr-Zölle für die eigenen Autoteile zahlen. Russland möchte mit dem Dekret 166 vordergründig neue Arbeitsplätze in dem Land schaffen. Neben Fiat haben auch bereits andere Hersteller auf den Erlass reagiert. Für die Automobilbranche ist Russland von hohem Wert. Immerhin handelt es sich bei dem russischen Markt um den am schnellsten wachsenden Automobilmarkt in Europa.

Nun beugt sich auch Fiat dem Druck, der durch das Dekret 166 ausgeübt wird. Wie der Hersteller in dieser Woche bekannt gab, wird man in Russland ein neues Werk errichten. In diesem sollen künftig pro Jahr rund 300.000 Autos produziert werden. Der Bau des russischen Werks geht für den Autobauer mit enormen Kosten einher. Immerhin belaufen sich die Investitionen laut aktuellen Schätzungen auf eine Summe von 1,6 Milliarden Euro. Berichten zufolge hat sich Fiat mit der russischen Staatsbank VEB und der EBRD bereits über eine Finanzierung verständigt.