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KRITERIEN DER EURO NCAP

14. März 2012 Keine Kommentare

Die Crashtests des Euro NCAP haben zu einer großen Steigerung der Unfallsicherheit von Fahrzeugen geführt. Doch die Kriterien haben sich für 2012 verschoben So wird die Fußgängersicherheit viel höher bewertet und die Crashtest des vergangenen Jahres, werden sich nicht mehr mit den Tests der Vorjahre vergleichen lassen.

Die Test- und damit Bewertungskriterien sind umverteilt worden. So gilt für das Erreichen der fünf Sterne und für ein Mindestergebnis von 80 Prozent, die folgende Aufteilung: Die Erwachsenensicherheit wird mit einem 80 Prozent Wert angesetzt (zuvor 75%), die Kindersicherheit wird jetzt mit 75 Prozent (zuvor 70 %) und der Fußgängerschutz und die Funktionalität der Sicherheitssysteme, wie Gurtwarnton etc., werden mit 60 Prozent gewertet. Bisher floss die Fußgängersicherheit mit mageren 25 Prozent in das Gesamttestergebnis ein.

Euro NCAP KriterienDie Fußgängerschutz Tests selber simulieren bei einer Geschwindigkeit von 40 km/h den Zusammenprall. Die Aufprallpunkte beim Crash Test werden dann einer Beurteilung unterzogen und entsprechend eingestuft. Das EEVC (European Enhanced Vehicle-safety Committee) setzt diese Kriterien fest. Bei der Durchführung der Tests, ist die Beurteilung der Verletzungen mit den Dummys nicht so aussagekräftig. Darum wurden Komponententests ergänzt, dabei werden Detailtests durchgeführt. Einzelne Oberschenkelmodelle und auch Modelle von Kinder- oder Erwachsenenköpfen werden eingesetzt, um die Notwendigkeiten der Umstrukturierung von unflexiblen Materialien oder Bauteilen aufzuzeigen. Bereits zwischen 1997 und 2009 wurden die Testkriterien immer weiter entwickelt.

Mit den Neubewertungen, insbesondere der Anhebung des Fußgängerschutzes seit diesem Jahr, ist aber eine neue Ära angebrochen, so dass Testergebnisse vor 2012 nicht mehr besonders aussagekräftig sind. Bei der Umgewichtung der Kriterien möchte niemand Halt rufen, der auf der Fußgängerseite steht. Und auch die Autohersteller werden sich diesen neuen Gewichtungen intensiv auseinandersetzen. Es wundert den ein oder anderen schon, dass diese Erhöhung des Faktors FußgängerSicherheit erst jetzt umgesetzt wurde. Ist doch schon seit Jahren bekannt, dass zum Beispiel die Stoßstange der SUVs auf der Höhe von vierjährigen Kindern sitzt.

Umso erstaunlicher, wie selbstbewusst diese Hersteller vor den Tests vor die Presse treten, um dann im Testergebnis wie zu erwarten, abgeschlagen zu werden und in der Wertung hinter kleinen PKWs landen. Ein Glück und ein Segen, dass die Fahrzeugsicherheit für den im Fahrzeug verpanzerten Fahrer nicht mehr der absolute Mittelpunkt für die Testkriterien bildet. Natürlich kann man diese Entwicklung mit einem versöhnlichen: Besser jetzt als nie, kommentieren, doch es bleibt doch die Frage, warum erst jetzt.

Zumindest sind die erst jetzt von der Fahrzeugindustrie gleichberechtigter wahrgenommenen Fußgänger nicht die einzige Spezies, deren Bedeutung trotz häufigen Vorkommens unterbewertet wurde. Blieb doch auch der Nichtraucher einige Jahrzehnte unentdeckt.

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